An Fronleichnam findet jedes Jahr das traditionelle Bratwurstfest des OV Ettlingen in der Halle beim Sportplatz in Schluttenbach statt.
Wie der Chronist festgestellt inzwischen zum 48. Mal! Und wie oft um diese Jahreszeit bei schwülheißen Wetter, das schon mittags ahnen ließ:
Es gibt wieder ein Donnerwetter!

Und genauso kam es. Allerdings können wir uns ja in die Halle flüchten und dem Regen und Wind gelassen zusehen.
Das war nicht immer so. Denn das allseits beliebte Bratwurstfest fand ursprünglich beim alten Sportplatz in Völkersbach statt. Dort stand eine kleine Hütte, die den Fußballern zum Umkleiden diente und später eine Jagdhütte war. Schon bald nach der Gründung des OV Ettlingen im Jahre 1958 hatten der damalige OVV Karl Biehler, DL1BM und Sepp, DJ3ST mit dem Vorsitzenden des Sportvereines die Mitbenutzung der Hütte vereinbart. Die unteren Räume nutzte der OV bei UKW-Kontesten und Fieldays. Diese waren natürlich viel zu klein, Grill, Bierfässer und alle Besucher zu beherbergen.
Somit saßen alle Gäste im Freien und flüchteten bei Regen in Ihre Autos. Nur wenige fanden in der Hütte Platz. Wenn sich dann am Abend der Großteil der angereisten Gäste verabschiedet hatte, wurde ein Lagerfeuer entfacht, das vor allem eine große Faszination auf die Kinder ausübte, die schon den ganzen Nachmittag über Holz gesammelt hatten.

In nostalgischer Wehmut beklagen vor allem die Älteren die familiäre und unbeschreibliche Atmosphäre, die mit dem „Umzug“ nach Schluttenbach verloren ging. Das stimmt in gewisser Weise, aber ich glaube, die Vorteile überwiegen.

In Schluttenbach sind wir nicht mehr vom Wetter abhängig. Es gibt Kühlräume für Getränke und Grillgut. Es gibt fließendes Wasser zum Spülen des Geschirrs. Früher wurde das Wasser aus Kanistern mitgebracht. Das Spülwasser für die Gläser bekam nach einer gewissen Zeit in der Spülwanne eine dem Bier ähnliche Farbe und hätte sicher öfter einmal erneuert werden müssen.
In Völkersbach hatten wir zur Stromversorgung nur unser altes 750 VA „Lobberle“, mit dem wir keine großen Sprünge machen konnten. Als Beleuchtung dienten dann am Abend die Flammen des Lagerfeuers. Da konnte es schon mal passieren, dass die auf Stöcke aufgespießten Grillhähnchen sich in Holzkohle verwandelten. Das ist in der Halle natürlich ebenfalls kein Problem mehr.
Und in Schluttenbach gibt es Toiletten. Die „Völkersbacher-Freilufttoilette“ war mit dem Risiko von Schnakenstichen und Zeckenbissen verbunden. Der Chronist erinnert sich an ein Jahr, in dem er sich sechs Zeckenbisse in recht delikaten Körperregionen eingefangen hatte.
Außerdem wurde unser Bratwurstfest in der Region immer beliebter und die Besucherzahl stieg ständig, sodass es am alten Platz Probleme mit den Parkplätzen gab, zumal die Zufahrt später gesperrt wurde.
Insgesamt glaube ich, dass unser Bratwurstfest weiterhin der „kulinarische Höhepunkt“ der Funkerfreiluftsaison in der Region bleibt.